Die aktuelle Sitzungswoche stand noch ganz unter dem Eindruck der Entlassung des Umweltministers. "Der Rausschmiss von Norbert Röttgen ist ein Verzweiflungsakt. Angela Merkel opfert ihren einstigen Musterschüler, um sich selbst zu schützen", kommentierte Oppermann in der TV-Diskussion bei Anne Will in der ARD.
Der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier steht nun vor einer schweren Herausforderung: "Er war ein exzellenter Kollege als Parlamentarischer Geschäftsführer, bei der Energiewende steht er nun vor einer Herkulesaufgabe, da die Bundesregierung viel Zeit vertrödelt hat. Ein Jahr lang ist nichts passiert, es gibt keine klaren Zuständigkeiten und keinen durchdachten Masterplan", kritisiert Oppermann.
Passend zu den heißen Temperaturen wurde auch über die Euro-Krise in dieser Woche wieder hitzig debattiert: "Beim Europäischen Rettungsschirm ESM und beim Fiskalpakt bleiben Merkel und Schäuble seit Wochen viele Antworten schuldig. Schon vor mehr als zwei Monaten hat Merkel Verhandlungen mit den Chefs der anderen Parteien und Fraktionen über dieses wichtige Thema versprochen. Aber erst am Donnerstag gab es das erste Treffen im Kanzleramt."
Am Freitag stand eine sehr wichtige Entscheidung auf der Tagesordnung des Parlaments, die vielen Menschen Hoffnung gibt: Für die Organspende gab es eine neue, bessere Regelung. Die Krankenkassen werden die Bürger ausführlich über dieses wichtige Thema informieren.
"Es ist vor allem das Verdienst von Frank-Walter Steinmeier, der sich in den vergangenen Monaten sehr engagiert über eine parteiübergreifende Regelung eingesetzt hat. Bundesweit warten mehr als 12.000 Menschen auf Spenderorgane. Ich wünsche mir, dass sich noch mehr Menschen dafür entscheiden, einen Organspenderausweis ausstellen zu lassen", hofft Oppermann, der seit 2010 ein solches Dokument besitzt.
Ein spannendes Gespräch führte Oppermann mit Marné Levine, der Vize-Präsidentin von Facebook. Die ehemalige Mitarbeiterin von US-Präsident Barack Obama sprach mit Oppermann über die Bedenken beim Datenschutz und die neuen Regeln, die auf europäischer Ebene zu erwarten sind (siehe Foto).