SPD - Vertrauen in Deutschland | Thomas Oppermann, MdB

Gastbeitrag „Wegen eines WM-Boykotts würde Putin seinen Kurs nicht ändern“ (XING Klartext) 03. Mai 2018

Wegen eines WM-Boykotts würde Putin seinen Kurs nicht ändern

Thomas Oppermann, Bundestagsvizepräsident, SPD

  • Die Beziehungen zwischen dem Westen und Russland sind angespannt
  • Ein WM-Boykott Deutschlands würde an Putins Politik aber nichts ändern
  • Sport kann im besten Fall politische Beziehungen wiederbeleben

 

Eine Fußball-Weltmeisterschaft bringt Menschen verschiedener Herkunft, Weltanschauung und Mentalität zu einem fröhlichen Ereignis zusammen. Das wird auch in diesem Sommer so sein. Fans aus aller Welt treffen sich in Russland, um – hoffentlich friedlich – ihre gemeinsame Leidenschaft, den Fußball, zu feiern.

Richtig ist, dass die Beziehungen Deutschlands und seiner westlichen Partner zu Russland angespannt sind und dass die Politik Wladimir Putins einiges dazu beigetragen hat. Wir dürfen aber nicht naiv sein und glauben, dass Putin seinen Kurs wegen eines deutschen WM-Boykotts ändern würde. Im Gegenteil: Für ihn wäre es ein weiterer Beleg dafür, dass der Westen Russland ausgrenzen will.

Internationale Probleme können wir nur gemeinsam mit Russland lösen

Ein weiteres Auseinanderdriften Russlands und der westlichen Staaten hilft niemandem. Wir können viele internationale Probleme nur gemeinsam mit Russland lösen. Das gilt aktuell insbesondere für den Bürgerkrieg in Syrien.

Natürlich löst eine Fußball-WM keine Konflikte zwischen Staaten. Aber: Die olympischen Winterspiele in Südkorea haben gezeigt, dass Sport die politischen Beziehungen wiederbeleben kann. Das gemeinsame Team von Nord- und Südkorea unter der gesamtkoreanischen Flagge setzte ein starkes Signal der Annäherung.

Die Fußball-WM führt Menschen aus aller Welt zusammen und entspannt im besten Fall sogar das Verhältnis von Staaten. Es wäre leichtsinnig, diese Chance durch einen Boykott der WM in Russland ungenutzt zu lassen.

 

Quelle: https://www.xing.com/news/klartext/wegen-eines-wm-boykotts-wurde-putin-seinen-kurs-nicht-andern-2521