Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann kritisiert die im US-Repräsentantenhaus beschlossene Möglichkeit von Sanktionen gegen das Pipeline-Projekt Nord Stream II als negative Zäsur in den deutsch-amerikanischen Beziehungen.

Direkte oder indirekte Sanktionen gegen den Bezug von russischem Erdgas seien aus deutscher Sicht inakzeptabel, so Oppermann. Die europäische Energiesicherheit sei keine Angelegenheit der Vereinigten Staaten: „Sollten diese Sanktionen tatsächlich verhängt werden, wäre das eine Verletzung der deutschen und europäischen Souveränität und eine schwere Belastung für die deutsch-amerikanischen Beziehungen.“ Oppermann betont, dass Deutschland auf den Bezug von hochwertigem Erdgas angewiesen sei, um die Energiewende erfolgreich gestalten zu können. Russisches Erdgas spiele dabei eine wichtige Rolle, mache Deutschland aber in keiner Weise von Russland abhängig. Denn: „Durch die zahlreichen europäischen LNG-Terminals kann jederzeit Gas aus anderen Quellen bezogen werden“.

Sofern die Sanktionen das Ziel hätten, den Verkauf von eigenem Fracking-Gas der USA zu fördern, wäre das ein grober Verstoß gegen das Fair-Play zwischen befreundeten Staaten. Oppermann fordert die Bundesregierung auf, alles dafür zu tun diese Sanktionen zu verhindern.